Gefahren und Risiken beim Schweißen
Beim Schweißen wird mit Gasen, Elektrizität, Hitze und/oder Druck gearbeitet. Damit sind von der Natur der Sache aus bereits erhebliche Risiken verbunden. Wie diese nun genau aussehen und wie sie sich vermeiden lassen, darauf werfen wir einen Blick in diesem Kapitel.
Inhaltsverzeichnis
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Gefahren für das Arbeitsumfeld
Die Gefahren, die beim Schweißen auftreten, betreffen nicht nur den Schweißer und das Werkstück. Sie bestehen auch für das gesamte Arbeitsumfeld. Sie reichen von dem Einatmen von gefährlichen Dämpfen und Gasen bis hin zu Stromschlägen und Verbrennungen.
Auch die Mitarbeiter, die nicht direkt mit den Schweißarbeiten befasst sind, müssen geschützt werden. Dabei geht es nicht nur um die Vermeidung von Arbeitsunfällen. Es geht auch auf die langfristigen Auswirkungen, die sich für die Gesundheit einstellen. Damit kann Personal lebenslänglich betroffen sein und dem Unternehmen Arbeitnehmer verloren gehen.
Daher ist es notwendig, entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Darüber hinaus müssen Personen, die in einem Arbeitsumfeld tätig sind, in welchem geschweißt wird, über die Gefahren und die Maßnahmen zu deren Vermeidung unterrichtet sein. Das muss mit der nötigen Professionalität und einem eindringlichen Feststellen der Wichtigkeit der Belehrung verbunden sein.
Die Risiken durch Dämpfe und Gase
Dämpfe und Gase treten als ein unvermeidliches Nebenprodukt bei den meisten Schweißverfahren auf. Die Schweißer sind diesen während ihre gesamten Arbeitszeit ausgesetzt und das ergibt eine erhebliche Belastung über das gesamte Berufsleben hinweg.
Ein typisches Beispiel ist das Metalldampffieber. Dieses wird durch Zinkdämpfe ausgelöst, wenn diese mit verzinktem Metall reagieren. Die Symptome beinhalten Körperschmerzen, Nachtschweiß, Übelkeit und Müdigkeit.
Gefährliche Dämpfe und Gas lassen sich auch nicht immer so einfach über den Geruch feststellen. Das liegt daran, dass die Partikel, die für den Geruch verantwortlich sind, oft zu fein sind. Dadurch sind sie in der Lage, direkt an den Nasenfiltern vorbei zu gelangen und dann sich dann in der Lunge festzusetzen.
Um entsprechende Erkrankungen und Gesundheitsschäden zu vermeiden, müssen dementsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Dazu gehört ein Kühlgebläse, das insgesamt die Gase wegbläst. Am Arbeitsort des Schweißens sollte eine Punktabsaugung die dort entstehenden Dämpfe und Gase direkt entfernen. Dazu kommen industrielle Lufteiniger, die die Partikel aus der Luft entfernen können und zwar auch die, die der Punktabsaugung entkommen.
Für die Mitarbeiter sollten Schutzmasken für das Atmen zur Verfügung gestellt werden. Für den Schweißer sollte dies auch mindestens eine Schweißermaske sein. Ein allgemeines Luftreinigungssystem kann darüber hinaus für eine ausreichende Luftzufuhr und Zirkulation mit anschließender Reinigung sorgen, die dann noch all das entfernt, was der Absaugung und den anderen Filtern entgangen ist, wenn ein Schweißer in der Nähe arbeitet.
Die Risiken durch den Lärm
Tatsächlich ist das Schweißen in den meisten Fällen nicht so lärmintensiv, wie andere Arbeitsvorgänge, zum Beispiel das Metallschleifen. Dennoch sollte es in dieser Hinsicht nicht verharmlost werden. Der Schall, der beim Schweißen entsteht, ist noch immer ausreichend, um über die Zeit eine Schädigung der Nervenzellen zu verursachen. Während die sofortigen Schäden dabei eher klein sind, können sie in der Summe über die Jahre sogar zu einem kompletten Hörverlust führen.
Vor allem bei noch unerfahrenem und recht jungem Personal wird die Gefahr für das Gehör noch immer gerne unterschätzt. Das Problem hier ist, dass der Schaden sich erst nach Jahren bemerkbar macht. Sobald er aber auftritt, lässt er sich nicht mehr rückgängig machen.
Neben den Schweißern selbst, sollte auch alle anderen Arbeitnehmer, die in einem Arbeitsbereich befinden, in dem geschweißt wird, mit einem Gehörschutz ausgestattet werden. Dazu gehört eine Belehrung darüber, wie wichtig das Tragen des Gehörschutzes ist, was dann auch als eine Pflicht auferlegt werden muss.

Die Risiken durch die Elektrizität
Bei den Arbeiten sind die Schweißer und Personal in ihrem Arbeitsumfeld der Gefahr ausgesetzt, einen elektrischen Schlag zu erleiden. Das geschieht leicht, wenn eine Person unwillentlich oder unwissentlich einen Stromkreis schließt. Dem lässt sich auf 3 Wegen begegnen:
- Als erstes gilt, Vorsicht bei der Arbeit walten zu lassen. Niemand sollte die Elektrode, den Elektrodenhalter oder die Metallteile berühren, weder mit der bloßen Haut noch mit nasser Kleidung. Es sollte dabei zu einer festen Gewohnheit werden, solche Berührungen zu vermeiden, selbst wenn die Teile gerade keinen Strom führen.
- Der Fußboden sollte gut isoliert sein. Damit kann er mit dem Körper eines Schweißers bzw. Arbeitnehmers keinen Stromkreis schließen, sobald ein Draht unbeabsichtigt berührt wird.
- Schlussendlich sollten Schweißer bei der Arbeit immer Handschuhe tragen. Diese sollten unbeschädigt und natürlich trocken sein.
Die Risiken durch die UV-Strahlung
Während des Schweißens wird nicht nur sichtbares Licht, sondern auch UV-Strahlung freigesetzt. Es ist unbedingt notwendig, die Haut und die Augen vor dieser Strahlenbelastung zu schützen. Unterbleibt dies, dann kann es zur Schädigung der Augen und zur Erkrankungen der Haut führen.
Für die Schweißer müssen daher Schweißhauben, Schutzanzüge, Schutzbrillen oder andere Schutzbekleidung bereitgestellt werden. Das gilt auch für Mitarbeiter, die im direkten Umfeld arbeiten. Dazu gibt es Schweißschutzschilde, die als Helm aufgesetzt oder mit der Hand gehalten werden können. Noch besser ist ein Schweißhelm mit Absaugung.
Risiken durch Brände und durch Explosionen
Beim Schweißen wird gewöhnlich eine Menge Hitze freigesetzt. Das bringt es mit sich, dass dabei immer auch eine Brandgefahr besteht. Schlimmer noch, wenn undichte Stellen an Rohren vorhanden sind, können sich Brenngase und Sauerstoff vermischen. Das kann zu sehr großen Feuern oder sogar zu Explosionen führen.
Aus den Arbeitsbereichen, in denen geschweißt wird, sollten daher alle brennbaren Materialien entfernt werden. Dazu gehören Ölfarben, Papier, Benzin und alles, was in Flammen aufgehen kann. Selbst Staub bildet eine Gefahrenquelle. Geraten die Staubpartikel in den Lichtbogen, mit dem geschweißt wird, oxidieren sie plötzlich. Das kann zu Stichflammen und Explosionen führen.
Mit dem Schweißen müssen entsprechende Brandschutzmaßnahmen ergriffen werden. Darüber hinaus ist das Schweißpersonal und die Mitarbeiter in der unmittelbaren Umgebung vor den Dämpfen und Gasen, dem Lärm und Strom und der UV-Strahlung zu schützen. Dafür müssen entsprechende Schutzausrüstungen verteilt und das Personal über die Nutzung und deren Wichtigkeit belehrt werden.
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