24 July 2026

Wie die deutsche Schiffbauindustrie vom Erfolg Asiens profitiert

Asia builds the most ships – but the German shipbuilding industry profitiert von jedem dieser Aufträge. Der Grund dafür ist, dass ein Schiffsrumpf nur einen kleinen Teil der Wertschöpfung ausmacht. Rund 80 % des Wertes stecken in den hochwertigen Komponenten, und hier ist Deutschland Marktführer. Warum die deutsche Spezialisierung auf Innovation die klügere Strategie ist – und was das für den Fachkräftebedarf bedeutet.

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What impact is Asia’s success having on the German shipbuilding industry?

Auf den Punkt gebracht: Südkorea, Japan und China gehören zu den führenden Schiffbaunationen, weil sie den Industriezweig seit Jahrzehnten strategisch fördern. Die Regierungen sichern ihren Werften Wettbewerbsvorteile, indem sie Auftraggeber mit Krediten, Bürgschaften und anderen Finanzierungsinstrumenten unterstützen – teils bis hin zur vollständigen Übernahme des finanziellen Risikos beim Schiffbau.

This article examines how this state-driven industrial policy came about in Japan, South Korea and China Yacht support vessels: Specialised support vessels and their specialist requirements.

What risks do Asian countries face?

Die staatliche Unterstützung stärkt zwar die Wettbewerbsfähigkeit der Werften, verlagert aber einen Teil des wirtschaftlichen Risikos auf die öffentlichen Haushalte. Können Reedereien ihre Kredite nicht bedienen oder geraten Aufträge in Schwierigkeiten, müssen die staatlichen Geldgeber für Verluste, Bürgschaften oder ausfallende Finanzierungen einstehen.

Why is Germany taking a different approach?

Deutschland konzentriert sich im internationalen Schiffbau vor allem auf hochwertige, technisch anspruchsvolle Komponenten – etwa Antriebs-, Automatisierungs-, Navigations- oder Umwelttechnik. Diese Systeme schaffen meist deutlich mehr Wert als der reine Bau und Zusammenbau eines Schiffsrumpfs.

Während viele Schiffe in asiatischen Werften gefertigt werden, liefert die deutsche Industrie zentrale Anlagen und Ausrüstung dafür. So profitiert sie von der weltweiten Nachfrage nach Neubauten, ohne selbst die hohen Finanzierungs- und Ausfallrisiken der Schiffsbauprojekte übernehmen zu müssen. Diese Risiken liegen vor allem bei den finanzierenden Staaten und den Werften in den Produktionsländern.

Where does a ship’s true value lie?

Asian shipyards focus on transforming large quantities of steel into hulls and superstructures. These floating boxes account for 80 % to 90 % of the ships’ structure.

Der Wert der Schiffe entsteht jedoch zu rund 80 % durch die eingebauten Komponenten. Diese bilden komplexe mechanische und elektrische Systeme. Sie erfordern hochqualifizierte Ingenieurskunst, Jahrzehnte der Erfahrung und einen Zugang zu extremer Hochtechnologie. Diese Komponenten sind es, die die Schiffe erst zu einem Gesamtsystem machen, das seine Arbeit verrichten kann. Wenn es um die Fertigung dieser Komponenten geht, ist Deutschland der Marktführer. Hierzulande entstehen:

Marine diesel
For example, from MAN and MTU

Drive systems
For example, NMG propellers

Systems for automation, navigation and control
Control of all on-board electronic systems

Auxiliary drives & auxiliary machinery
Turbochargers, power units and auxiliary systems

Which components does Germany supply?

Die deutsche Industrie liefert vor allem hochwertige Schlüsseltechnik für Schiffe, darunter Großdieselmotoren, Propeller, Antriebsanlagen sowie Steuerungs- und Automatisierungssysteme. Diese Komponenten sind technisch anspruchsvoll und machen einen erheblichen Teil des Schiffswerts aus: Ein einzelner Marinediesel kann bis zu 50 Millionen US-Dollar kosten und rund ein Viertel des Gesamtwerts eines Schiffs ausmachen. Auch bei Propellern zeigt sich die hohe Wertschöpfung – bei Herstellungskosten von etwa 1,2 Millionen Euro können sie am Markt rund 3 Millionen Euro erzielen.

How do the profit margins differ?

Asiatische Werften arbeiten mit Profitmargen, die sehr klein sind und mitunter weniger als 10 % betragen. Deutsche Technologien dagegen erzielen deutlich höhere Gewinnmargen, die oft mehr als 20 % übersteigen. Dabei brauchen die deutschen Unternehmen keine massiven Werften zu betreiben. Sie konzentrieren sich darauf, was sie am besten können: Sie entwickeln Innovationen und technische Expertise, die dann die anderen Nationen für den Schiffbau benötigen.

Why is the relationship between Germany and Asia symbiotic?

Für den globalen Schiffbau ergeben sich symbiotische Beziehungen. Die asiatischen Schiffswerften profitieren davon, dass sie Tausende von Schiffen effizient bauen können. Das heißt, sie profitieren von den sogenannten Skaleneffekten.

On the other hand, the German shipbuilding industry supplies the advanced components that give the ships their functionality and performance. German industry therefore benefits from every order placed in Asia.

Für beide Seiten bedeutet dies, dass sie sich auf das konzentrieren können, was sie am besten können. Für Asien ist dies die Verarbeitung großer Mengen Stahl und die Fertigung der Schiffsrümpfe. Für Deutschland ist dies die Innovation und die Versorgung mit modernen Anlagen und Systemen.

Why is Germany’s focus on innovation the right approach?

Deutschlands Fokus auf Innovation ist der richtige Weg. Mit asiatischen Werften bei der Massenproduktion von Stahl und Schiffsrümpfen zu konkurrieren, wäre wenig sinnvoll – dort sind sie besonders effizient und etabliert. Ebenso wenig sollte Deutschland die Finanzierungsrisiken von Schiffbauaufträgen übernehmen, wie es einige asiatische Staaten tun.

Stattdessen ist es weiterhin sinnvoll, in Technologien und Fähigkeiten zu investieren. Die daraus entstehenden Innovationen stärken die deutsche Schiffbauindustrie als Zulieferer auf dem globalen Markt. Dort sind ihre Komponenten unersetzbar, sodass Deutschland von all den Schiffen, die in Asien entstehen und die Welt befahren, auch weiterhin profitiert. Die Schiffe müssen dafür nicht in Deutschland hergestellt werden.

What does the future hold for the German shipbuilding industry?

Die Zukunft des Schiffbaus in Deutschland hängt davon ab, wie die Politik, die Wirtschaft und die Forschung zusammenarbeiten. Eine klare maritime Strategie mit gezielter Förderung des Schiffbaus in Zusammenarbeit mit der europäischen Schiffbaupolitik erlaubt Deutschland, im globalen Wettbewerb zu bestehen.

Während Länder wie Südkorea, Japan und China den weltweiten Schiffbau durch ihre Industriepolitik prägen, liefern sie doch meist nur den Stahl und die Hüllen. Es sind die hochtechnologischen Komponenten, die auch aus Deutschland stammen, die aus diesen Hüllen funktionierende Schiffe machen. Damit profitiert Deutschland als Zulieferer und hat sich erfolgreich als Marktführer für hochtechnologische Anlagen und Systeme etabliert.

What sort of skilled workers does the German shipbuilding industry need?

Germany’s strengths – high-quality components, innovation and precision – stand or fall on the availability of skilled workers. It is precisely in the manufacture of marine diesel engines, propulsion systems, automation and navigation electronics that experienced hands are in demand. Where the domestic labour market falls short, skilled workers from Eastern Europe bring with them solid craftsmanship and growing experience in modern production environments.

Welder & CNC operator
Precision manufacturing of components and assemblies

Mechanics & Industrial Mechanics
Installation of drive systems, motors and auxiliary units

Electricians & Electronics Technicians
Automation, navigation and control systems

Cutting machine operator
Manufacture of propellers, shafts and precision components

Quality Assurer & Test Technician
Inspection of high-quality components to tight tolerances


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Frequently asked questions

Why does Germany benefit, even though most ships are built in Asia?

Ein Schiffsrumpf macht zwar 80 % bis 90 % der Struktur aus, aber nur einen kleinen Teil der Wertschöpfung. Rund 80 % des Schiffswertes stecken in den eingebauten Komponenten, bei denen deutsche Unternehmen zu den Marktführern zählen. So profitiert die deutsche Industrie von jedem Auftrag in Asien.

What high-quality components does Germany supply?

These include marine diesel engines (such as those from MAN and MTU), propulsion systems such as NMG propellers, systems for automation, navigation and electronic control, as well as auxiliary drives, auxiliary machinery and turbochargers.

How valuable are these components?

Ein einziger Marinediesel kann bis zu 50 Millionen Dollar kosten und damit ein Viertel des Schiffswerts ausmachen. Ein Propeller kostet in der Herstellung rund 1,2 Millionen Euro und erzielt am Markt bis zu 3 Millionen Euro – mehr als eine Verdopplung der Herstellungskosten.

Why are German profit margins higher than those in Asia?

Asian shipyards operate with profit margins that are in some cases below 10 %, whilst German technology providers often achieve margins in excess of 20 %. Germany focuses on innovation and technical expertise rather than on the capital-intensive operation of large shipyards.

Why is specialising in components the right strategy?

Es ist für Deutschland wenig sinnvoll, mit Asien in der Massenproduktion von Stahl und Rümpfen zu konkurrieren oder die Finanzierungsrisiken der Auftraggeber zu übernehmen. Als Zulieferer unersetzbarer Hochtechnologie profitiert Deutschland dagegen von allen weltweit fahrenden Schiffen – ganz gleich, wo sie gebaut werden.

What is the legal procedure for seconded EU staff?

Full freedom of movement for workers applies to EU citizens. We apply for A1 certificates, ensure AÜG compliance and take care of minimum wage reporting to customs - completely and without any effort on your part.

Do you need shipbuilding subcontractors on a contract basis instead of temporary labour? Our sister platform takes care of that zeitarbeit-international.de.