Asian shipbuilding: The politics behind the success
Asien dominiert den weltweiten Schiffbau – doch niedrige Löhne erklären diesen Erfolg nur zum Teil. Entscheidend sind staatliche Kreditgarantien, gezielte Subventionen und eine über Jahrzehnte abgestimmte Industriepolitik. Der Blick auf Japan, Südkorea und China zeigt: Nicht allein der Bau der Schiffe, sondern vor allem ihre Finanzierung und der Kaufprozess sind der Schlüssel zur Marktführerschaft.
Table of contents
- Asian shipbuilding: The politics behind the success
- Was steckt politisch hinter dem Erfolg des asiatischen Schiffbaus?
- What are the risks involved in buying a boat?
- Why is Asia’s leadership role no coincidence?
- How did Japan become a shipbuilding nation?
- What role did the Korean War play?
- How did this cycle of costs and exports come about?
- How did South Korea and China replicate the model?
- Why is the purchasing process the most important policy lever?
- How does the state credit system work?
- What does this mean for the European shipbuilding industry and its skilled workers?
- Enquire about skilled shipbuilding workers from Eastern Europe
- Frequently asked questions
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Was steckt politisch hinter dem Erfolg des asiatischen Schiffbaus?
Der Schiffbau beginnt nicht erst in der Werft, sondern mit der Entscheidung eines Kunden, ein Schiff zu bestellen. Genau an diesem Punkt setzt die staatliche Industriepolitik vieler asiatischer Länder an: Sie erleichtert Reedereien den Zugang zu Finanzierung und reduziert die wirtschaftlichen Risiken großer Neubauprojekte.
Das ist entscheidend, denn der Kauf eines Schiffs ist komplex und kostspielig. Hohe Investitionssummen, Versicherungen, technische Anforderungen, gesetzliche Vorgaben und die späteren Betriebskosten müssen bereits vor der Bestellung kalkuliert werden. Staatliche Kredite, Bürgschaften und Förderprogramme können diese Hürden deutlich senken und schaffen damit einen Wettbewerbsvorteil für die heimischen Werften.
What are the risks involved in buying a boat?
Der Kauf eines Schiffs ist eine langfristige Investition in Millionenhöhe. Reedereien müssen darauf vertrauen können, dass das Schiff technisch zuverlässig ist, alle gesetzlichen und versicherungsrechtlichen Anforderungen erfüllt und wirtschaftlich betrieben werden kann.
Diese Voraussetzungen machen die Bestellung komplex: Baukosten, Lieferzeiten, Finanzierung, Versicherungen, technische Standards und spätere Betriebskosten spielen eine zentrale Rolle. Der Staat kann hier unterstützend eingreifen – etwa durch Kreditgarantien, Förderprogramme oder Bürgschaften. Damit übernimmt oder mindert er einen Teil der finanziellen Risiken und erleichtert Reedereien die Entscheidung für einen Neubau.
Why is Asia’s leadership role no coincidence?
Im Fall der asiatischen Länder, die heute den Schiffbau weltweit anführen, ist diese Führungsrolle keineswegs ein Zufall. Sie ist die Folge eines sorgfältigen, politisch angetriebenen Prozesses, dessen Ergebnisse sich heute zeigen. Dabei spielen die Strategien der Regierungen sowie die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, den Banken und der Politik eine herausragende Rolle.
Bereits seit den 1990er Jahren haben die Regierungen in Asien aktiv in die Planung und den Ausbau der Schiffbaukapazitäten vor Ort eingegriffen. Sie folgten dabei einer weitreichenden industriellen und geopolitischen Strategie.
How did Japan become a shipbuilding nation?
Im Fall von Japan beruhte diese Strategie auf einem einfachen Ansatz. Vor und während des Zweiten Weltkriegs war Japan noch nicht vollständig industrialisiert; zugleich blieben weitere Industrialisierungsanstrengungen begrenzt. Das lag unter anderem auch an einem stetigen Konkurrenzkampf zwischen den Seestreitkräften und den Landstreitkräften, die zu einer Zersplitterung der Anstrengungen und der Unternehmen führten. Das Resultat war, dass Produktionen oft in Handarbeit erfolgten und dementsprechend aufwendig und langsam waren.
Während des Zweiten Weltkriegs verwüsteten US-Angriffe die japanische Handels- und Kriegsmarine sowie große Teile des Landes.. Die Industrie, die auf Importe angewiesen war, lag am Boden. Die Handels- und Kriegsmarinen waren größtenteils versenkt. Was konnte nun geschehen?
What role did the Korean War play?
Aus der Sicht der USA war es wichtig, einer kommunistischen Machtergreifung vorzubeugen, indem die USA die marktwirtschaftliche und industrielle Entwicklung Japans förderten. Der Koreakrieg führte zu einer gezielten Nutzung japanischer Werften für die Reparatur beschädigter Schiffe. Das gab dem japanischen Schiffbau Geld, Erfahrung und die Entwicklung neuer Fertigkeiten und dies zusammen beschleunigte die Entwicklung hin zu einem modernen und leistungsfähigen Industriezweig.
How did this cycle of costs and exports come about?
Die staatliche Unterstützung verschaffte der japanischen Schiffbauindustrie eine starke Ausgangsposition. Zusätzlich förderte die Regierung die Werften durch direkte Finanzierungsprogramme und Hilfen beim Export.
So entstand ein sich selbst verstärkender Kreislauf: Günstigere Finanzierung und niedrigere Kosten erleichterten den Export. Steigende Exportzahlen führten zu größeren Produktionsmengen, mehr Erfahrung und zusätzlichen technischen Kapazitäten. Dadurch sanken die Kosten weiter – und die Werften konnten noch mehr Schiffe auf dem Weltmarkt anbieten.
How did South Korea and China replicate the model?
Bis heute dominiert dieses Modell im asiatischen Schiffbau. Südkorea und China übernahmen das Modell und unterstützten ihre Industrie mit hohen staatlichen Subventionen. Dazu kommt die Gründung von staatlich kontrollierten oder mit dem Staat verbundenen Konglomeraten, wie Hyundai Heavy Industries und Hanwha Ocean. Diese sind darauf ausgelegt, der Regierung die Kontrolle über diesen Bereich der Wirtschaft zu erhalten.
Während heute die geringen Lohnkosten als Erklärung für den Erfolg des Schiffbaus in Asien dienen, waren es jedoch politischer Wille und die Strategien der Regierungen, die ihn bewirkten. Für die betroffenen Nationen ging es dabei um lebenswichtige Fragen, wie den internationalen Handel, Arbeitsplätze für die Bevölkerung und die Fähigkeit, sich selbst auf See zu verteidigen.
Why is the purchasing process the most important policy lever?
Der entscheidende Ansatzpunkt staatlicher Unterstützung liegt beim Kaufprozess. Ohne Bestellungen gibt es keinen Schiffbau: Werften bauen keine Schiffe auf Vorrat, sondern auf Auftrag. Deshalb kommt es darauf an, den Bauauftrag für Reedereien möglichst finanzierbar und planbar zu machen.
Japan unterstützt diesen Prozess mit staatlichen Kreditgarantien. Dadurch übernimmt der Staat einen Teil des finanziellen Risikos, das mit dem Bau eines Schiffs verbunden ist. Für Reedereien sinkt so das Risiko, hohe Investitionen allein finanzieren zu müssen.
Das japanische Modell stützt sich auf die großen Devisenreserven des Landes. Sie ermöglichen es dem Staat, Kredite zu günstigen Konditionen abzusichern und Garantien für mögliche finanzielle Ausfälle zu geben. Damit wird ein Neubau in Japan attraktiver: Der Staat steht als zusätzlicher Garant hinter der Finanzierung.
How does the state credit system work?
Die Garantien der japanischen Regierungen sind essenziell. Der Kauf bzw. die Bestellung eines Schiffes ist ein teures Unterfangen und als Investition mit einem erheblichen Risiko behaftet. Private Banken verleihen normalerweise keine Hunderte von Millionen Euro oder Dollar, ohne dass es dafür staatliche Sicherheitsgarantien gibt.
Japan has, from its own perspective, resolved this problem by using political institutions to mitigate the financial risk. In other words, the politically facilitated credit system is the main reason for Japan’s position as a market leader in shipbuilding.
In the case of South Korea and China, both countries apply exactly the same principles: state-owned banks guarantee the loans and thus assume, at least in part, the risk involved in ordering a ship.
What does this mean for the European shipbuilding industry and its skilled workers?
Whilst Asia excels in state funding and mass production, the strength of the European shipbuilding industry lies in specialisation, innovation and quality. This strength stands or falls on the availability of skilled workers – and this is precisely where it is worth looking to Eastern Europe. Experienced skilled workers from Poland, the Czech Republic and Romania are filling staff shortages and bringing solid craftsmanship to modern, digitalised production environments.
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Frequently asked questions
Why does Asia dominate the global shipbuilding industry?
Ausschlaggebend sind nicht nur niedrige Löhne, sondern vor allem politischer Wille und eine über Jahrzehnte koordinierte Industriepolitik. Staaten, Banken und Werften arbeiten zusammen, um Kunden den Schiffskauf möglichst einfach und risikoarm zu machen.
How did government policy help Japan to develop its shipbuilding industry?
Nach dem Zweiten Weltkrieg profitierten japanische Werften von Reparaturaufträgen im Zusammenhang mit dem Koreakrieg. Das brachte Einnahmen, Erfahrung und neue technische Fähigkeiten. Zusätzlich unterstützte die japanische Regierung die Branche mit Finanzierungsprogrammen und Exporthilfen. So entstand ein sich selbst verstärkender Kreislauf aus steigenden Aufträgen, wachsender Erfahrung und sinkenden Kosten.
What is the most important instrument of state support?
Der wichtigste Hebel ist die Finanzierung des Schiffskaufs. Japan unterstützt den Export von Schiffen unter anderem durch öffentliche Exportkredite, Versicherungen und Garantien. Dadurch sinkt für Reedereien und finanzierende Banken ein Teil des wirtschaftlichen Risikos.
Why are government loan guarantees so crucial?
Der Bau eines Schiffs kostet häufig mehrere hundert Millionen Euro und ist mit hohen Risiken verbunden. Private Banken finanzieren solche Projekte meist nur, wenn die Rückzahlung ausreichend abgesichert ist. Staatliche Garantien und Exportkredite können diese Sicherheit schaffen und damit Aufträge für heimische Werften erleichtern. Sie waren ein wichtiger Faktor für den Aufstieg Japans im Schiffbau.
What prospects remain for the European shipbuilding industry?
Europa punktet mit Spezialisierung, Innovation und Qualität statt mit Massenfertigung. Diese Stärke hängt maßgeblich von qualifizierten Fachkräften ab. Die Vermittlung von erfahrenem EU-Personal kann dazu beitragen, personelle Engpässe in europäischen Werften und Zulieferbetrieben zu schließen.
What is the legal procedure for seconded EU staff?
Für EU-Bürger gilt grundsätzlich Arbeitnehmerfreizügigkeit. Bei einer Entsendung müssen jedoch die jeweils geltenden sozialversicherungs-, arbeits- und melderechtlichen Vorgaben beachtet werden. Dazu zählen in vielen Fällen die A1-Bescheinigung und erforderliche Meldungen. Bei Arbeitnehmerüberlassung ist zusätzlich die Einhaltung des AÜG sicherzustellen. Wir übernehmen die nötigen Schritte je nach Einsatzfall vollständig und ohne zusätzlichen Aufwand für Sie.
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